Mittelalter - Freie Stadt Hamburg

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Zeittafel  II  zur deutschen Geschichte: 900 - 1500

    
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation – Deutschland im Mittelalter


seit 911
mit dem Tod Ludwigs (III.) des Kindes sterben die deutschen Karolinger aus; nach dem achtjährigen Interims-Königtum Konrads I. geht die Herrschaft im ‘Heiligen Römischen Reich (Deutscher Nation)’ auf die Herzöge von Sachsen über;
Entstehung starker Stammesherzogtümer in Deutschland: Bayern, Schwaben, Sachsen usw. - Grundlage für die spätere Schwäche der königlichen Zentralgewalt und die territoriale Zersplitterung  

eines der Reichsinsignien: die Krone Ottos des Großen aus dem 10. Jahrh.
919erste Erwähnung des "regnum teutonicorum" (= Reich der Deutschen)
919 bis 1024Dynastie der sächsischen Ottonen auf dem deutschen Königsthron
933 bis 9155
erfolgreiche Abwehr magyarischer und slawischer Überfälle auf das Reich durch die sächsischen Könige Heinrich I. und Otto I.; Errichtung von Markgrafschaften (Mark = Grenzland) zum Schutz der Ostgrenzen des Reiches  
    

Otto I. mit Gemahlin, Kaiserin Edith (Magdeburger Dom, um 1250)
962
Otto I. der Große zieht nach Rom, läßt sich vom Papst zum römischen Kaiser krönen und belebt damit die nach Karl I. mehr und mehr in Vergessenheit geratene deutsche Kaiserwürde neu
976
nach der Unterwerfung Ungarns werden die mainfränkischen Babenberger mit der Ostmark "Ostarrîhhi" (Österreich) belehnt: Herrschaft bis 1246  
2014 bis 1125
Dynastie der fränkischen Salier auf dem deutschen Königsthron  
1039 bis 1056
Absetzung von drei Päpsten durch König Heinrich III.  
1056 bis 1106
Regierungszeit Heinrichs IV.:
Machtkampf zwischen dem Kaiser und Papst Gregor VII., der sogenannte "Investiturstreit"; Edikt Gregors, Exkommunizierung Heinrichs, Gang nach Canossa, Eroberung Roms und Vertreibung Gregors; in der Folge Erhebungen deutscher Fürsten gegen den König und nachhaltige Beschädigung des Königtums
    
der letzte ottonische Kaiser: Heinrich II. (1002 - 1024)

1096
Aufbruch zum 1. Kreuzzug nach Jerusalem unter Führung des französischen Herzogs Gottfried von Bouillon
seit um 1100
Gründung einer Reihe von neuen Städten, aus denen vielfach freie Reichsstädte werden, die nicht mehr dem jeweiligen Landesherrn, sondern direkt dem König unterstehen;
z.B. Vrîburg (Freiburg): 1091 erste Erwähnung, 1120 Marktrecht, 1368 Reichsstadt
1138 bis 1254
Dynastie der schwäbischen Staufer auf dem deutschen Königsthron
1152 bis 1190
unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa Blütezeit kaiserlicher Macht im mittelalterlichen Deutschland;
erfolgreicher Kampf des Königs um die Vorherrschaft gegen Heinrich den Löwen, den welfischen Herzog von Sachsen und Bayern; Tod Friedrichs 1190 während des 3. Kreuzzuges

Papst Gregor VII., der Gegenspieler Heinrichs IV. im Investiturstreit
1143/59
Gründung der Stadt Lübeck; Ausgangspunkt für die Entstehung der Hanse
1198/1212
doppelte Königswahl und Thronstreit zwischen den Dynastien der Welfen (Otto IV.) und der Staufer (Philipp von Schwaben und Friedrich II.) - weiterer Bodengewinn des landesfürstlichen Partikularismus gegenüber der Reichsgewalt, während die Könige von England und Frankreich anfangen, zentral geführte Einheitsstaaten zu bilden
um 1200
Gründung des "Deutschen Ordens" durch Hermann von Salza
seit 1220
Ketzerverfolgung in Deutschland: Päpste setzen Franziskaner- und Dominikanermönche als Inquisitoren ein
1227
Rückgewinnung Holsteins für das Reich durch die Schlacht bei Bornhöved gegen Waldemar III. von Dänemark

Kaiser Friedrich I. Barbarossa (Büste, Mitte 12. Jh.)
1250 bis 1272
nach dem Tode Kaiser Friedrichs II., der das Reich von Sizilien aus regiert hatte, ‘Interregnum’ von 23 Jahren ("die schreckliche kaiserlose Zeit")
1257
das Königswahl-Gremium wird erstmals auf sieben Kurfürsten beschränkt, nachdem zuvor alle Reichsfürsten den König gewählt hatten
1273 bis 1291
mit Rudolf I. stellt zum ersten Mal das Haus Habsburg einen deutschen König - Beginn einer dynastischen Karriere, die im Reich bis 1806, in Österreich sogar bis 1918 andauern wird
1291
Zusammenschluß der Talgemeinden Uri, Schwyz und Nidwalden zum "Ewigen Landfriedensbund"; Verstärkung dieser schweizer Eidgenossenschaft durch Beitritt der Städte Luzern, Zürich, Bern u.a. im 14. Jahrhundert  

Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen (Buchminiatur, 14. Jh.)

Rudolf I. von Habsburg (Bronzestatue, 16. Jh.)
1308/1346 bis 1437
Dynastie der böhmischen Luxemburger auf dem deutschen Königsthron  
1309
nach dem Ende der Epoche der Kreuzfahrten wird der Hauptsitz des Deutschen Ordens von Venedig nach Marienburg (Westpreußen) verlegt; die Deutschritter beherrschen und kolonisieren den gesamten preußischen und baltischen Ostseeraum mit Ausnahme Litauens
1314
Familien-Dreikampf um die Macht zwischen den Häusern Habsburg, Luxemburg und Wittelsbach führt zur doppelten Königswahl: Ludwig IV. der Bayer und Friedrich (III.) der Schöne von Österreich

Karl IV., der wichtigste, gleichzeitig der unglücklichste Kaiser des Spätmittelalters
1346 bis 1378
unter der kaiserlichen Herrschaft des böhmischen Königs Karl IV. wird 1348 in Prag die erste deutsche Universität gegründet;bis 1400 folgen Wien (1365), Erfurt (1379), Heidelberg (1385) und Köln (1388) durch die katastrophale Große Pest der Jahre 1347 bis 1351 verringert sich die Bevölkerung Deutschlands und Europas um etwa ein Drittel: Landschaften veröden, Hungersnot und Landflucht machen sich breit
1356
Erlaß der "Goldenen Bulle" durch Karl IV.:
Festlegung des Königswahlrechts (Mehrheitswahl!) und Bestimmung des Kurkollegiums, das aus vier weltlichen und drei geistlichen Reichsfürsten bestehen soll: dem rheinischen Pfalzgrafen, dem Herzog von Sachsen, dem Markgrafen von Brandenburg, dem König von Böhmen und den Erzbischöfen von Mainz, Köln und Trier  
seit 1363
unter Philipp dem Kühnen bildet sich mit dem Herzogtum Burgund ein de facto autonomer Zwischenstaat zwischen Frankreich und Deutschland, der von der niederländischen Nordseeküste bis an den Bodensee reicht

Seite aus einer Handschrift der "Goldenen Bulle"
1370
unter der Führung Lübecks besiegt die Hanse im Bund mit dem Deutschen Orden und der Dithmarscher Bauernrepublik den dänischen König Waldemar IV. Atterdag und sichert sich durch den "Frieden von Stralsund" die wirtschaftliche Vorherrschaft im Nord- und Ostseeraum
1386
in der Schlacht von Sempach verteidigt eine schweizerische Bauernarmee die Freiheit der Eidgenossenschaft gegen ein adeliges Ritterheer Herzog Leopolds III. von Habsburg - Krise des mittelalterlichen Rittertums
1410 bis 1437
Regierungszeit Kaiser Sigismunds aus der Dynastie der Luxemburger: in seinen politischen Aktivitäten (Organisation des Konstanzer Konzils) blitzt noch einmal das Streben nach kaiserlicher Vorherrschaft in Europa auf

Sigismund, der letzte Kaiser aus dem Hause Luxemburg
1414 bis 1418
während des Konstanzer Konzils, einberufen zur Überwindung des "Großen abendländischen Schismas" (Kirchenspaltung) und größtes Fürstentreffen des gesamten Mittelalters, wird der böhmische Religionsreformer Jan Hus feierlich verbrannt (siehe Startseite!) - in der Folge jahrzehntelange hussitische Aufstände
1415
Belehnung Friedrichs I. von Hohenzollern mit der Mark Brandenburg - durchgehende Herrschaft der Hohenzollern-Dynastie in Brandenburg-Preußen bis 1918
1438
mit Albrecht II. tritt eine lange Reihe von Habsburgern die königlich-kaiserliche Herrschaft in Deutschland an, die bis zum Ende (1806) des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nur einmal für drei Jahre unterbrochen werden wird (durch den Wittelsbacher Karl VII., 1742 bis 1745)
um 1440
Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg

Johannes Gutenberg
1453Eroberung von Konstantinopel (Byzanz) durch die Türken: tragisches Ende des jahrhundertelangen Überlebenskampfes "Ostroms";
Beginn der 250 Jahre andauernden ‘Türkengefahr’: der Islam bedroht das Reich und Europa      
1471
der Reichstag zu Regensburg verbietet zur Wahrung des allgemeinen Landfriedens die Fehde
1478
nach langjährigen Auseinandersetzungen zwischen Burgund und dem Hause Habsburg heiratet Maria von Burgund, die Erbtochter des soeben gefallenen Herzogs Karl des Kühnen, den Sohn Kaiser Friedrichs III., Maximilian
1482
Tod Marias von Burgund; ihr Gemahl Maximilian setzt sich im Streit um das burgundische Erbe gegen den französischen König Ludwig XI. durch; der Versuch, durch eine zweite Ehe mit Anna von Bretagne auch noch die bis dahin unabhängige westfranzösische Bretagne an das Haus Habsburg zu bringen, wird allerdings von Frankreich unterbunden; dennoch gilt Maximilian als der Begründer der virtuosen habsburgischen Heiratspolitik  

Herzog Karl der Kühne
1493 bis 1519
Regentschaft Kaiser Maximilians I., des "letzten Ritters":
Versuche von Rechts- und Reichsreformen, Einteilung Deutschlands in Reichskreise; Neudefinition der auf den Reichstagen zu vertretenden Reichsstände: 1. Kurfürsten, 2. Fürsten und Reichsritter, 3. Reichsstädte;
Verheiratung der Maximilian-Kinder Margarethe und Philipp mit dem spanischen Thronerben-Geschwisterpaar (Grundlage für das spätere habsburgische Weltreich!)
1495
Verkündung des "Allgemeinen und ewigen Reichs-Landfriedens" durch Kaiser Maximilian auf dem Reichstag zu Worms

Maria von Burgund, die früh verstorbene Gemahlin Maximilians I.


der "letzte Ritter" des Mittelalters: Kaiser Maximilian von Habsburg

1499
die "reichsverwandte" Schweiz wird durch den Frieden von Basel in die faktische politische Unabhängigkeit entlassen (formell erst 1648)


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